Lernziele formulieren mit der Bloom-Taxonomie
Krótka odpowiedź
Gute Lernziele beschreiben beobachtbar, was Teilnehmer nach dem Kurs können, mit einem aktiven Verb, einem Gegenstand und möglichst einer Bedingung oder einem Maßstab. Die Lernzieltaxonomie nach Bloom ordnet solche Ziele in sechs Stufen von Erinnern über Verstehen, Anwenden, Analysieren und Bewerten bis Erschaffen und hilft, das Niveau eines Kurses und seiner Prüfung bewusst zu wählen.
Najważniejsze
- Ein Lernziel beschreibt ein beobachtbares Können, keinen Inhalt.
- Aktive Verben wie erklären, berechnen, entscheiden machen Ziele prüfbar.
- Die sechs Stufen helfen, das gewünschte Niveau bewusst zu wählen.
- Prüfung und Übungen müssen auf derselben Stufe ansetzen wie das Ziel.
- Wenige klare Ziele sind besser als viele vage.
Warum Lernziele so wichtig sind
Lernziele sind der Maßstab, an dem sich alles andere ausrichtet: Inhalt, Übungen, Prüfung und Auswertung. Ohne klares Ziel weiß der Autor nicht, was er weglassen darf, der Teilnehmer nicht, worauf es ankommt, und die Organisation nicht, ob sich der Kurs gelohnt hat.
Viele Kurse beginnen mit Sätzen wie „Die Teilnehmer lernen die Grundlagen der Informationssicherheit kennen“. Das klingt vernünftig, lässt sich aber nicht prüfen. Was heißt kennenlernen? Woran würde man merken, dass es gelungen ist? Ein prüfbares Ziel lautet etwa: „Die Teilnehmer erkennen in einer Beispiel-E-Mail mindestens drei typische Merkmale eines Phishing-Versuchs.“
Der Aufbau eines guten Lernziels
Ein gut formuliertes Lernziel hat drei Teile. Erstens ein beobachtbares Verhalten, ausgedrückt durch ein aktives Verb. Zweitens einen Gegenstand, auf den sich das Verhalten bezieht. Drittens, wo sinnvoll, eine Bedingung oder einen Maßstab: unter welchen Umständen, mit welchen Hilfsmitteln, wie genau.
Vermeiden Sie Verben, die einen inneren Zustand beschreiben: wissen, verstehen, kennen, sich bewusst sein. Sie sind nicht falsch, aber nicht beobachtbar. Ersetzen Sie sie durch Verben, die zeigen, woran man das Verstehen erkennt: erklären, zuordnen, unterscheiden, begründen.
- Vage: „Die Teilnehmer verstehen die Datenschutz-Grundsätze.“
- Besser: „Die Teilnehmer erklären an einem Beispiel aus dem eigenen Bereich den Grundsatz der Datenminimierung.“
- Vage: „Die Teilnehmer kennen die Brandschutzordnung.“
- Besser: „Die Teilnehmer beschreiben den Fluchtweg aus ihrem Arbeitsbereich und nennen den nächsten Sammelplatz.“
Die sechs Stufen der Lernzieltaxonomie
Die Lernzieltaxonomie nach Bloom wurde in ihrer überarbeiteten Fassung zu sechs Stufen kognitiver Prozesse geordnet. Sie ist kein starres Gesetz, aber ein nützliches Werkzeug, um das Niveau eines Ziels bewusst zu wählen. Die unteren Stufen sind Voraussetzung für die oberen; ein Kurs, der Anwenden verlangt, muss also Erinnern und Verstehen mit aufbauen.
| Stufe | Was Teilnehmer tun | Typische Verben | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Erinnern | Wissen abrufen | nennen, aufzählen, wiedergeben | Die drei Schutzziele der Informationssicherheit nennen |
| Verstehen | Bedeutung erfassen | erklären, zusammenfassen, zuordnen | Erklären, warum ein starkes Passwort schützt |
| Anwenden | Wissen in einer Situation nutzen | durchführen, berechnen, einsetzen | Eine Datei vor dem Versand richtig verschlüsseln |
| Analysieren | Zerlegen und Zusammenhänge erkennen | unterscheiden, vergleichen, prüfen | In einer E-Mail die Merkmale eines Angriffs finden |
| Bewerten | Urteilen anhand von Kriterien | beurteilen, begründen, entscheiden | Begründet entscheiden, ob ein Vorfall gemeldet werden muss |
| Erschaffen | Neues entwickeln | entwerfen, planen, gestalten | Eine Checkliste für das eigene Team entwerfen |
Lernziel, Übung und Prüfung aufeinander abstimmen
Das wichtigste Prinzip lautet: Ziel, Übung und Prüfung müssen auf derselben Stufe liegen. Wer als Ziel formuliert, dass Teilnehmer begründet entscheiden, ob ein Vorfall gemeldet werden muss, darf in der Prüfung nicht nur die Definition eines Vorfalls abfragen. Er braucht eine Fallaufgabe mit Entscheidung und Begründung.
In der Fachliteratur heißt dieses Prinzip konstruktive Abstimmung. Es ist einfach zu verstehen und erstaunlich oft verletzt. Ein schneller Selbsttest: Legen Sie jede Prüfungsfrage neben das Lernziel, zu dem sie gehört, und fragen Sie, ob ein Teilnehmer die Frage beantworten könnte, ohne das Ziel erreicht zu haben. Wenn ja, prüft die Frage etwas anderes.
Typische Fehler beim Formulieren
Diese Fehler kommen in der Praxis am häufigsten vor.
- Zu viele Ziele: Mehr als drei bis fünf Ziele je Modul überfordern Autor und Teilnehmer.
- Inhalt statt Können: „Kapitel 3 behandeln“ ist kein Lernziel.
- Nur untere Stufen: Erinnern ist leicht zu prüfen, aber selten das eigentliche Ziel.
- Unrealistische Stufen: Wer in einem Einführungskurs Erschaffen verlangt, überfordert.
- Ziele ohne Bezug zum Alltag: Ziele sollten zeigen, was Teilnehmer in ihrer Arbeit damit tun.
So geht es mit Universe
In der Werkstatt von Universe beginnt ein Kurs mit der Gliederung in Module und Folien; je Folie gibt es Sprechertext, Darstellung und optional eine Übung oder Frage. In Arbeit ist eine Kompetenz-Diagnose, die Kompetenzen als beobachtbare Fähigkeiten mit vier Niveaus von Verstehen bis selbstständigem Problemlösen und einer Bewertungsrubrik je Kriterium beschreibt; KI darf Kompetenzen vorschlagen, wirksam werden sie erst nach Freigabe durch die Kursverantwortlichen.
Krok po kroku
Zweck klären
Beschreiben Sie, welches Problem im Alltag der Teilnehmer der Kurs lösen soll.
Stufe wählen
Entscheiden Sie, ob Teilnehmer erinnern, verstehen, anwenden, analysieren, bewerten oder erschaffen sollen.
Verb wählen
Nehmen Sie ein beobachtbares Verb der passenden Stufe.
Gegenstand und Bedingung ergänzen
Ergänzen Sie, worauf sich das Verhalten bezieht und unter welchen Umständen es gezeigt wird.
Gegen die Prüfung halten
Prüfen Sie, ob Übungen und Prüfungsfragen genau dieses Ziel auf dieser Stufe messen.
Pojęcia
- Lernziel
- Beobachtbare Beschreibung dessen, was Teilnehmer nach einer Lerneinheit können.
- Lernzieltaxonomie
- Ordnung von Lernzielen nach Niveau, etwa in sechs kognitive Stufen.
- Konstruktive Abstimmung
- Prinzip, Lernziele, Lernaktivitäten und Prüfung auf dieselbe Stufe auszurichten.
Najczęstsze pytania
Was ist die Bloom-Taxonomie?
Eine Ordnung von Lernzielen nach dem Niveau der geistigen Tätigkeit. In der überarbeiteten Fassung umfasst sie sechs Stufen: Erinnern, Verstehen, Anwenden, Analysieren, Bewerten und Erschaffen.
Wie viele Lernziele sollte ein Kurs haben?
So wenige wie möglich. Für ein kurzes Modul genügen meist ein bis drei Ziele, für einen ganzen Kurs eine Handvoll übergeordneter Ziele mit wenigen Teilzielen je Modul.
Darf man das Verb verstehen in Lernzielen verwenden?
Es ist nicht verboten, aber schwer prüfbar. Besser ist ein Verb, das zeigt, woran man das Verstehen erkennt, etwa erklären, zuordnen oder an einem Beispiel zeigen.
Was ist der Unterschied zwischen Lernziel und Kompetenz?
Ein Lernziel beschreibt meist ein konkretes Können am Ende einer Einheit. Eine Kompetenz ist breiter: die Fähigkeit, Wissen in wechselnden, realen Situationen selbstständig anzuwenden. Mehrere Lernziele tragen zu einer Kompetenz bei.
Jak to działa w Universe
Powiązane artykuły
- Prüfungsfragen erstellen: Multiple Choice und offenSo schreiben Sie faire Prüfungsfragen: gute Multiple-Choice-Fragen mit plausiblen Ablenkern, offene Fragen mit Bewertungsraster und KI als Helfer.
- E-Learning-Kurs erstellen: Schritt für SchrittSo entsteht ein wirksamer E-Learning-Kurs: Zielgruppe, Lernziele, Gliederung, Inhalte, Übungen, Prüfung, Test und Veröffentlichung in neun Schritten.
- ADDIE und SAM: Vorgehensmodelle für KurseADDIE und SAM kurz erklärt: Phasen, Stärken, Schwächen und wann welches Modell passt — plus ein schlanker Ablauf für KI-gestützte Kursentwicklung.
- Lernfortschritt messen: Lernanalyse sinnvoll nutzenWelche Kennzahlen im E-Learning wirklich etwas aussagen, wie man Wissensstand statt Klicks misst und wo Lernanalyse an Grenzen und Datenschutz stößt.
