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Lernplattform und LMS

SCORM, LTI, xAPI und cmi5 verständlich erklärt

En bref

SCORM ist ein älterer Standard, mit dem Kurspakete in jedem kompatiblen LMS laufen und Fortschritt sowie Ergebnis melden. Der Standard xAPI erfasst Lernerlebnisse flexibel auch außerhalb des LMS in einem Lerndatenspeicher, cmi5 verbindet xAPI mit dem Start aus dem LMS, und LTI bindet externe Werkzeuge mit Anmeldung und Notenrückgabe sicher in eine Lernplattform ein.

L’essentiel

  • SCORM: Kurspaket hinein, Abschluss und Punktzahl heraus — weit verbreitet, aber begrenzt.
  • xAPI: beliebige Lernereignisse als Aussagen in einem Lerndatenspeicher (LRS).
  • cmi5: Regeln, wie ein LMS xAPI-Inhalte startet und bewertet.
  • LTI: ein Werkzeug in einer fremden Plattform starten, mit Anmeldung und Notenrückgabe.
  • QTI und Common Cartridge: Fragen und ganze Kurse zwischen Systemen austauschen.

Warum es Standards braucht

Ohne Standards wäre jeder Kurs an das System gebunden, in dem er entstanden ist. Ein Wechsel der Lernplattform hieße, alle Inhalte neu zu bauen, und jedes externe Werkzeug bräuchte eine eigene Anbindung. Standards lösen dieses Problem, indem sie festlegen, wie Inhalte verpackt, gestartet und bewertet werden und wie Systeme Daten austauschen.

Die Standards haben unterschiedliche Aufgaben. Manche beschreiben Inhaltspakete, andere den Austausch von Lerndaten, wieder andere die Einbindung von Werkzeugen. Wer die Unterschiede kennt, kann bei der Auswahl eines LMS gezielt fragen.

SCORM: der Klassiker

SCORM steht für Sharable Content Object Reference Model. Ein SCORM-Paket ist eine ZIP-Datei mit Webinhalten und einer Beschreibungsdatei. Das LMS entpackt das Paket, startet es im Browser und stellt eine Schnittstelle bereit, über die der Kurs Fortschritt, Bearbeitungszeit, Punktzahl und Abschluss meldet. Verbreitet sind die Fassungen 1.2 und 2004.

SCORM ist robust und fast überall unterstützt. Seine Grenzen: Es funktioniert nur, solange der Kurs im Browser im LMS läuft, es kennt nur wenige, fest vorgegebene Datenfelder, und mobile oder Offline-Szenarien sind schwierig. Für vorhandene Kursbestände ist SCORM trotzdem oft der wichtigste Standard, weil viele Autorenwerkzeuge ihn exportieren.

xAPI und cmi5: Lerndaten überall erfassen

xAPI, auch Experience API genannt, beschreibt Lernereignisse als einfache Aussagen nach dem Muster „Person – Tätigkeit – Gegenstand“, etwa „Teilnehmer 17 hat Modul 3 abgeschlossen“ oder „Ein Servicetechniker hat die Simulation mit 80 Prozent bestanden“. Diese Aussagen werden in einem Lerndatenspeicher, dem Learning Record Store (LRS), gesammelt. Sie können aus einem LMS stammen, aber auch aus einer App, einer Simulation oder einem Präsenztraining.

Die Freiheit von xAPI hat einen Preis: Ohne gemeinsame Regeln interpretiert jedes System die Aussagen anders. cmi5 schließt diese Lücke. Es legt fest, wie ein LMS einen xAPI-Inhalt startet, welche Aussagen er senden muss und wann er als abgeschlossen gilt. cmi5 gilt deshalb als moderner Nachfolger von SCORM für Kurse, die im LMS gestartet werden.

LTI: Werkzeuge sicher einbinden

LTI (Learning Tools Interoperability) löst ein anderes Problem. Es geht nicht um Kurspakete, sondern um Werkzeuge: Eine Hochschule möchte etwa ein Prüfungswerkzeug, eine Simulation oder eine Kursbibliothek direkt aus ihrer Lernplattform starten, ohne dass Studenten sich ein zweites Mal anmelden. Mit LTI startet die Plattform das Werkzeug und übergibt dabei sicher, wer der Nutzer ist und in welchem Kurs er sich befindet.

Die aktuelle Fassung LTI 1.3 baut auf etablierten Sicherheitsverfahren wie OAuth 2.0 und OpenID Connect auf. Ergänzende Dienste erlauben das Auswählen von Inhalten (Deep Linking), das Abrufen von Teilnehmerlisten und die Rückgabe von Noten an die Plattform.

In der Praxis trägt man das Werkzeug einmal in der Plattform ein, tauscht Schlüssel und Adressen aus und kann es danach in beliebigen Kursen verwenden. Ältere Fassungen wie LTI 1.1 sind noch verbreitet, gelten aber als weniger sicher; bei neuen Anbindungen sollte man auf 1.3 bestehen.

Welcher Standard wofür?

Die Tabelle hilft bei der Zuordnung typischer Aufgaben.

AufgabePassender StandardHinweis
Vorhandene Kurspakete übernehmenSCORM 1.2 oder 2004Fast alle Autorenwerkzeuge exportieren SCORM
Kurs an ein fremdes LMS liefernSCORM oder cmi5SCORM ist am weitesten verbreitet
Lerndaten aus vielen Quellen sammelnxAPI mit LRSAussagen vorher gemeinsam festlegen
Externes Werkzeug in Plattform startenLTI 1.3Mit Notenrückgabe und Teilnehmerlisten
Fragenpools austauschenQTIKomplexe Fragetypen werden nicht immer übertragen
Ganze Kurse samt Fragen übernehmenCommon CartridgeEnthält Inhalte, Links und QTI-Fragen

So geht es mit Universe

Universe importiert SCORM-Pakete in den Fassungen 1.2 und 2004, die danach im Player mit Fortschritt und Note laufen, und übernimmt Common-Cartridge-Kurse mit QTI-Fragenpools. Kurse lassen sich als SCORM-1.2-Paket für fremde Lernsysteme exportieren. Universe kann als LTI-1.3-Werkzeug in einem fremden LMS eingetragen werden; Lernereignisse gehen per xAPI an einen Lerndatenspeicher. Was nicht übertragbar ist, wird mit Grund gemeldet statt verbogen.

Termes

SCORM
Sharable Content Object Reference Model, Standard für Kurspakete und deren Kommunikation mit dem LMS.
xAPI
Experience API, Standard zur Erfassung von Lernereignissen als Aussagen.
cmi5
Regelwerk, das festlegt, wie ein LMS xAPI-Inhalte startet und bewertet.
LTI
Learning Tools Interoperability, Standard zur sicheren Einbindung externer Lernwerkzeuge.
QTI
Question and Test Interoperability, Format für den Austausch von Prüfungsfragen.
LRS
Learning Record Store, Datenspeicher für xAPI-Aussagen.

Questions fréquentes

Ist SCORM veraltet?

SCORM ist alt, aber nicht tot. Für den Austausch fertiger Kurspakete ist es weiterhin der verbreitetste Standard. Für neue Vorhaben mit Daten aus vielen Quellen sind xAPI und cmi5 zukunftsfähiger.

Was ist ein LRS?

Ein Learning Record Store ist ein Datenspeicher für xAPI-Aussagen. Er sammelt Lernereignisse aus verschiedenen Systemen und stellt sie für Auswertungen bereit.

Brauche ich LTI, wenn ich nur ein System nutze?

Nicht unbedingt. LTI lohnt sich, sobald Werkzeuge verschiedener Anbieter zusammenspielen sollen, etwa eine Hochschulplattform mit externen Kursen oder Prüfungswerkzeugen.

Was ist der Unterschied zwischen SCORM 1.2 und SCORM 2004?

SCORM 2004 kennt mehr Datenfelder, unterscheidet Abschluss und Bestehen und erlaubt Regeln für die Reihenfolge von Inhalten. SCORM 1.2 ist einfacher und wird etwas breiter unterstützt.

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Sources

  1. Learning Tools Interoperability Core Specification 1.3